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FROM THE BEGINNING

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Geschichte der elektrischen / elektronischen Klangerzeugung geht zurück (man kann es kaum glauben) bis in das Jahr 1730. Der tschechische Erfinder Pater Prokop Divis konstruierte das Elektrophon, worauf angeblich die Töne so ziemlich aller Blas- und Saiteninstrumente nachgeahmt werden konnten.

Aber ganz so früh will ich nun doch nicht beginnen, auch nicht mit dem 1897 von Thaddeus Cahill entwickelten Teleharmonium oder Dynamaphon, einer 200 (in Worten zweihundert) Tonnen schweren dampfbetriebenen Maschine im Format eines Güterwaggons. Auch nicht mit dem zwischen 1920 bis 1928 von Leon Theremin konstruierten Instrument Ätherophon, welches später dann nach seinem Erfinder Theremin genannt wurde. (In einer mit zeitgemäßen Bauteilen aufgebauten Form gibt es dieses Instrument auch heute noch). Und auch nicht mit dem von Friedrich Trautwein entwickeltem Trautonium, erstmals vorgestellt 1930, später weiterentwickelt von Oskar Sala. Bekannt wurde dieses Instrument durch den Komponisten Paul Hindemith, der speziell dafür 4 Stücke mit dem Untertitel "Des kleinen Elektromusikers Lieblinge" schrieb, und später dann, 1962, als Soundlieferant in Hitchcock´s "Die Vögel".

Überhaupt war die frühe elektronische Klangerzeugung zuerst einmal ausschließlich im Bereich der klassischen Kompositionen zu finden, neben Hindemith z.B. in Anis Fuleihan´s Konzert für Theremin und Orchester, Arnold Schönberg beschäftigte sich im Rahmen seiner Idee der Klangfarbenmelodie damit.
Erst durch die Bedeutung des Rundfunks ab ca. 1930 wurde langsam der Weg für die Übertragung von Musik geebnet, und damit natürlich nach und nach auch für eine größere Verbreitung der Unterhaltungsmusik.

Einen großen Schritt in Richtung eines in der Unterhaltungsmusik unkompliziert einsetzbaren elektonischen Instruments bedeutete die Hammondorgel (1935) mit ihrer elektromagnetischen Tonerzeugung, obwohl sie ursprünglich als preiswerte Orgel für die amerikanischen Gospel Kirchen gedacht war.

Und hier beginnt die Geschichte der elektronischen Musikinstrumente aus meiner ganz persönlichen Erfahrung.
Denn durch dieses wundervolle Instrument war ich "angefixt", um 1970, als Keith Emerson (noch zur Zeit von "The Nice"), diesem Instrument schier unglaubliche Töne und Geräusche entlockte; blubbern, gurgeln, quietschen, schreien...... neben dem ohnehin faszinierenden "normalen"
Hammond Tonrad-Generator/Röhrenendstufen/Leslie-Sound.
Obwohl, der Begriff der "elektronischen Klangerzeugung" trifft ja noch nicht 100%ig zu, die Tonerzeugung ist vielmehr elektromechanischer Art. Die Idee war, Sinustöne verschiedener Fußlagen zu erzeugen. Was in der Mischung / Addition zu so ziemlich allen erdenklichen Klängen führen sollte. In der Theorie. Allerdings waren die die Ausgangsschwingungen alles andere als saubere Sinuskurven, vielmehr jede Menge Unsauberkeiten und "Dreck". Aber genau das machte den unverkennbaren Sound dieser Instrumente aus!
Unbedarft, wie ich es zu jener Zeit noch war, hielt ich "Orgel" für "Orgel", und kam so erst einmal zu einer finanziell halbwegs erschwinglichen "Eminent" Heimorgel. Und die Enttäuschung war groß, konnte doch diese all die geilen Sounds einer Hammond eben nicht. (Erst viele Jahre später kam ich dann doch noch zu einer gebrauchten
B3.)

Aber bis dahin ging die Entwicklung munter weiter voran. Plötzlich tauchte in der Musik von Keith Emersons neuer Band, ELP, ein bis dato völlig unbekanntes Instrument auf, der
Moog Synthesizer. Und damit bis dahin nie zuvor gehörte Sounds und Klänge, hauptsächlich basierend auf mehr oder weniger wilden Filterfahrten. Da war es dann endgültig um mich geschehen, ich suchte bei den örtlichen Musikalienhändlern nach diesen Wundermaschinen, nach Informationen.
Und träumte von
Minimoog, Moogs großen Modulsystemen, ARP 2600, Buchla, den EMS Synths, ARP Odyssey, Roland System 100. Träume, fernab vom finanziell Realisierbaren. Und irgendwann Anfang der 70er wurde aus den Träumen ein kleiner Roland SH 2000. Die anfängliche Begeisterung wich schnell der Einsicht, dass so ein SH 2000 mit den "großen Verwandten" so viel gemein hat, wie ein VW Käfer mit einem Ferrari.

Anfänglich noch folgten alle Maschinen dem vom
Physiker Robert (Bob) Moog zusammen mit verschiedenen Musikern (u.a. K.Emerson, W.Carlos) entwickelten Prinzip der subtraktiven Synthese: Ein oder mehrere Oszillatoren mit verschiedenen Schwingungsformen (meist Sinus, Dreieck, Rechteck, Sägezahn), durch das nachfolgende Filter wurden davon wieder Frequenzbestandteile entfernt (subtrahiert), statisch ebenso wie dynamisch moduliert durch verschiedene Modulationsquellen wie LFO, ADSR etc., und im Lautstärkeverlauf ebenso moduliert. Und die ganze Sache anfänglich monophon, also einstimmig. Im Kontext mit anderen Instrumenten einer Band etwas ganz Besonderes, Auffälliges, Neuartiges, Eigenständiges. Aber komplexe Musik ausschließlich mit dieser Gattung neuer Instrumente zu erschaffen, eher schwierig.
W.Carlos machte es möglich; große, vorwiegend klassische Arrangements, polyphon, viele "Instrumente" im Multiplayverfahren nacheinander eingespielt zu komplexen Werken (z.B. "switched on Bach"). Beeindruckend! Und dabei ging es häufig auch um die Imitation, die Nachahmung oder die Neuinterpretation bestehender Musikinstrumente (z.B. Streicher, Bläser, Percussionsinstrumenten etc.).

Ich fand zur damaligen Zeit das Eine wie das Andere unbefriedigend; die Imitation..... (noch) zu weit entfernt von den Originalen, den Vorbildern, das Klangexperiment...... für mich kaum möglich, dazu brauchte man schon die großen, teuren Modulsysteme. Und zu Allem war diese "Welt" anfänglich doch nur monophon! Akkorde, breite Flächen, vorerst noch nicht in Sicht.
So gab es parallel zur Entwicklung der anfänglich noch monophonen Synthesizer Versuche mit polyphonen Instrumenten, basierend auf Tonband"schnipseln", den Vorläufern der späteren Sampler und "ROMpler". Der bekannteste Vertreter dieser Gattung ist das
Mellotron. So wie beim Klavier durch Betätigung einer Taste ein "Hammer" eine Saite zum Schwingen = Ton anregt, wie bei der Orgel das Betätigen einer Taste ein Ventil öffnet und die strömende Luft eine Pfeife zum Schwingen = Ton anregt, löst das Betätigen einer Taste beim Mellotron die Bewegung eines Tonbandes vorbei an einem Tonabnehmer aus = Ton. Die werksbespielten Tonbänder (für jeden einzelnen Ton wurde ein Band benötigt!) waren hauptsächlich für Flächen gedacht, z.B. Chöre, Streicher, Flöten. Bekannt wurde das Melltron z.B. durch die frühen Genesis.

Aber all das war ja gerade erst der Beginn einer faszinierenden Entwicklung. Neue Namen tauchten auf,
Tom Oberheim, PPG, Sequential Circuits. Die Maschinen wurden polyphon, die Japaner eroberten den Markt; Korg, Roland, Yamaha.
Ich jedenfalls kam aus dem Staunen (und dem Wünschen) kaum noch heraus.

Ab diesem Zeitpunkt geht "der Spaß" nun erst so richtig los. Ich werde noch einiges zu schreiben haben. Allerdings bastele ich momental lieber als zu schreiben, sorry, so muß diese Seite deshalb ab hier leider noch
Baustelle bleiben.




 
 
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